Kann Technologie dazu beitragen, soziale Isolation zu bekämpfen?

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Wie kann man Einsamkeit am besten vorbeugen? Mit Verbundenheit zu unseren Mitmenschen. Indem man jemanden in seinem Leben hat, der nur einen Anruf oder eine Nachricht entfernt ist. Jemand der einem auch mal zuhört. Wie wichtig das Thema ist, wird deutlich, wenn man sich Initiativen in ganz Europa ansieht, welche genau darauf abzielen Menschen wieder näher zusammen zu bringen. Isolation ist einfach kein schöner Zustand, indem sich unsere Liebsten oder wir gerne befinden.

Vor allem während der Coronapandemie ab dem Frühjahr 2020, mit allen Beschränkungen des Alltagslebens und der Aufforderung zu Hause zu bleiben, mussten viele ältere Menschen über Monate weitgehend auf soziale Kontakte verzichten. Die Maßnahmen des „Social Distancing“ haben somit ein Problem ganz klar verstärkt, dass vor allem pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren ohnehin schon stark betrifft: soziale Isolation.

Technologische Hilfen

Für den reduzierten Kontakt mit Familienmitgliedern kommen natürlich bewährte Methoden in Frage, dazu gehören Telefongespräche, E-Mails oder Textnachrichten (SMS oder Apps). Nicht so sehr verbreitet sind Notfallknöpfe oder auch Uhren. Videotelefonie ist tatsächlich aktuell noch nicht so sehr verbreitet. Das liegt vor allem an den meist technisch hohen Hürden und der reduzierten Vertrautheit mit Digitalisierung im Allgemeinen. Nichts davon ersetzt den direkten Kontakt, das steht außer Frage, allerdings ist es oftmals nicht möglich jeden Tag die Liebsten zu besuchen. Dazu kommt eine gewisse Unsicherheit und Unwohlsein Angehörige vollständig allein leben zu lassen, ab einem gewissen Pflegegrad. Als Familie möchte man natürlich zusammenhalten.

Neue Wege gehen

Viele Projekte zeigen und auch unsere Erfahrung über die letzten Jahre zeigt, dass digitale Anwendungen mit Videotelefonie, einem Chat, Erinnerungen oft gut gedacht sind, allerdings in der praktischen Anwendung kolossal scheitern. Der Zugang und die Regelmäßigkeit fehlen schlichtweg im Umgang, die Bedienung steht hier eher im Weg, als dass sie hilft. Daraus lässt sich natürlich ableiten was man tun muss damit neue digitale Geräte akzeptiert werden.

Das Erscheinungsbild und die Bedienung sollte einfach und klar strukturiert werden. So werden Ängste der Bedienung genommen.

Die Art der Interaktion sollte simpel gehalten sein. Zu viele Möglichkeiten stehen hier tatsächlich im Weg.

Fehlbedienung sollte grundsätzlich ausgeschlossen sein. Man kann nichts falsch oder kaputt machen.

Zur Kommunikation gehören mindestens zwei Personen. Falls eine Person hiervon tendenziell größere Einschränkungen aufweist, sollte das System so ausgelegt sein, dass die potenziell fittere Person einige der Aufgaben der eingeschränkten übernehmen kann. Dieses Verhältnis kann als Asymmetrie der Bedienung beschrieben werden.

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