Ein Tablet kann für Senioren ein echtes Fenster zur Welt sein: Videoanrufe mit der Familie, Fotos anschauen, Nachrichten lesen oder Spiele spielen. Doch nicht jedes Tablet eignet sich für ältere Nutzer. Manche Geräte sind zu klein, andere zu kompliziert – und landen dann unbenutzt in der Schublade.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie bei der Auswahl eines Seniorentablets achten sollten, damit das Gerät auch wirklich genutzt wird.
Die wichtigsten Kaufkriterien
Displaygröße: Mindestens 10 Zoll
Ein größeres Display macht einen enormen Unterschied. Schrift bleibt lesbar, die virtuelle Tastatur hat Tasten, die man treffen kann, und Gesichter bei Videoanrufen sind erkennbar. Tablets unter 10 Zoll sind für viele Senioren zu klein.
Gewicht: Maximal 500 Gramm
Ein Tablet, das nach wenigen Minuten den Arm ermüdet, wird nicht benutzt. Achten Sie auf ein Gewicht unter 500g ohne Hülle. Eine Schutzhülle mit Standfunktion kann zusätzlich helfen.
Bedienung: Weniger ist mehr
Das beste Tablet ist das, das tatsächlich benutzt wird. Komplizierte Menüs mit vielen Optionen schrecken ab. Achten Sie auf große, klare Symbole und ein aufgeräumtes Startmenü mit maximal 6-8 sichtbaren Apps.
Das beste Tablet für Senioren ist nicht das mit den meisten Funktionen – es ist das, das tatsächlich täglich benutzt wird. Einfachheit schlägt Leistung.
Wichtige Funktionen für Senioren
Einstellbare Schriftgröße: Die Möglichkeit, Schrift systemweit zu vergrößern, ist unverzichtbar. Prüfen Sie, ob auch der Browser und wichtige Apps diese Einstellung übernehmen.
Sprachsteuerung: Bei motorischen Einschränkungen kann Sprachsteuerung eine große Hilfe sein. "Hey Google" oder Siri ermöglichen viele Funktionen ohne Tippen.
Lange Akkulaufzeit: Senioren denken nicht ständig ans Aufladen. Ein Akku, der mindestens 8 Stunden hält, ist wichtig. Noch besser: Eine Ladestation statt Kabel – die ist leichter zu handhaben.
Automatische Updates: Das Gerät sollte sich selbst aktualisieren, ohne dass ständig Buttons gedrückt werden müssen.
Was Sie vermeiden sollten:
- Tablets mit viel vorinstallierter Software (Bloatware)
- Zu kleine "Schließen"-Buttons bei Werbung
- Komplizierte Entsperrmuster oder Passwörter
Der Kaufprozess
Schritt 1: Bedarfsanalyse
Überlegen Sie vorher: Wofür wird das Tablet hauptsächlich genutzt? Videoanrufe, Fotos, Internet, Spiele? Wie oft wird es benutzt? Und welche Einschränkungen gibt es – beim Sehen, Hören, der Motorik oder dem Gedächtnis?
Schritt 2: Im Laden ausprobieren
Gehen Sie gemeinsam mit dem Senior in ein Geschäft. Testen Sie: Kann der Einschaltknopf gefunden und betätigt werden? Ist die Schrift ohne Lupe lesbar? Liegt das Gerät gut in der Hand? Funktioniert der Touchscreen mit den Fingern des Seniors?
Wichtig: Ältere Haut ist oft trockener, wodurch manche Touchscreens schlecht reagieren. Unbedingt vor Ort testen.
Schritt 3: Einrichtung übernehmen
Kaufen Sie das Tablet, richten Sie es zuhause komplett ein, und übergeben Sie es betriebsbereit. Das bedeutet: WLAN eingerichtet, wichtige Kontakte gespeichert, nur die nötigen Apps auf dem Startbildschirm, Schriftgröße angepasst, erster Testanruf gemacht.
Preisübersicht
Budget (150-250€): Für gelegentliche Nutzung und einfache Videoanrufe. Geräte wie das Amazon Fire HD 10 oder Lenovo Tab M10 fallen in diese Kategorie.
Mittelklasse (250-500€): Für tägliche Nutzung mit guter Kameraqualität für Videocalls. Das Samsung Galaxy Tab A8 oder Apple iPad (Basismodell) sind hier zu finden.
Premium (500-800€): Für hohe Ansprüche an Bildqualität und Verarbeitung.
Spezialgeräte (300-600€): Tablets mit speziell vereinfachter Oberfläche für Senioren oder Menschen mit Demenz.
Wichtig: Teuer bedeutet nicht automatisch seniorenfreundlich. Ein günstiges Tablet mit einfacher Oberfläche kann besser funktionieren als ein teures Profi-Gerät mit zu vielen Funktionen.